Missionsgemeinde Heppenheim

Gott macht alles neu!

Das 21. Kapitel der Offenbarung beginnt mit den Worten: „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.“ (Offenbarung 21,1–2)

Weiter heißt es: „Und ich hörte eine große Stimme vom Himmel, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein.“ (V. 3) Und schließlich: „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ (V. 4)

Diese Verse zeigen uns das herrliche Ziel Gottes: eine neue Schöpfung, in der seine Gegenwart alles erfüllt und jedes Leid für immer vergangen ist.

Die Botschaft des Propheten Hesekiel

Ein Blick in das Alte Testament hilft uns, diese Hoffnung besser zu verstehen. Das Volk Israel geriet in den Jahren 605 v. Chr., 597 v. Chr. und schließlich 586 v. Chr. unter König Jojachin in die babylonische Gefangenschaft. Während die meisten Propheten im Land Israel von Gott berufen wurden, erhielt Hesekiel seinen Auftrag in Babylon. Dort diente er 22 Jahre als Prophet. Sein Name bedeutet: „Gott stärkt.“

Das Buch Hesekiel wird von zwei großen Themen geprägt. Die Kapitel 1–32 enthalten Gericht und Verdammnis, während die Kapitel 33–48 Trost und Hoffnung vermitteln. Hesekiel beschreibt zunächst die vergebliche Suche nach einem gerechten Menschen und das Weichen der Herrlichkeit Gottes aus dem Tempel (Kapitel 10–11) im Zusammenhang mit dem Fall Jerusalems. Doch Gott lässt sein Volk nicht ohne Hoffnung. Er verheißt die Wiederherstellung Israels, ein neues Herz und einen neuen Anfang. Das Buch endet mit der Beschreibung eines herrlichen neuen Tempels, auf den die Herrlichkeit Gottes herabkommt (Hesekiel 44,4).

Das Tal der verdorrten Gebeine

Für diese Botschaft sind besonders die Verse aus Hesekiel 37,1–14 von großer Bedeutung – die Vision vom Tal der verdorrten Gebeine. Der Herr führt Hesekiel im Geist auf ein weites Feld, das voller vertrockneter Knochen liegt. Gott fragt ihn: „Du Menschenkind, meinst du auch, dass diese Gebeine wieder lebendig werden?“

Hesekiel antwortet: „Herr, HERR, das weißt du wohl.“ Darauf befiehlt Gott ihm, zu den Gebeinen zu weissagen. Während Hesekiel gehorsam Gottes Wort verkündigt, geschieht das Unmögliche: Die Knochen fügen sich zusammen, Sehnen und Fleisch wachsen darüber, Haut überzieht sie. Doch noch fehlt ihnen der Odem des Lebens.

Erst als Hesekiel auch über den Wind weissagt, kommt der Odem Gottes in sie. Die Toten werden lebendig und stehen als ein gewaltiges Heer auf ihren Füßen. Gott selbst erklärt die Bedeutung dieser Vision: „Diese Gebeine sind das ganze Haus Israel.“ Das Volk hatte alle Hoffnung verloren und sagte: „Unsere Gebeine sind verdorrt, und unsere Hoffnung ist verloren; es ist aus mit uns.“ Doch Gott verheißt: „Siehe, ich will eure Gräber auftun und will euch, mein Volk, aus denselben herausholen und euch ins Land Israel bringen … Ich rede es und tue es auch, spricht der HERR.“

Gottes Wort spricht auch heute zu uns

Gottes Wort spricht immer auf drei unterschiedliche Arten. Es richtet sich zum einen an das Volk Israel, zum zweiten an seine Gemeinde und schließlich auch ganz persönlich an jeden Einzelnen.

Deshalb dürfen wir uns fragen:

  • Vertraue ich dem Herrn wirklich mit meinem ganzen Leben?
  • Lebe ich noch in der ersten Liebe zu Jesus?
  • Gibt es Bereiche meines Lebens, die geistlich abgestorben sind, die Gott neu beleben möchte?

Wenn wir an das Gleichnis der zehn Jungfrauen denken, stellt sich eine weitere Frage: Haben wir genug Öl in unseren Lampen? Sind wir noch Licht der Welt oder ist unser Licht schwächer geworden? Sind wir noch Salz der Erde oder hat unser Zeugnis an Kraft verloren?

Gott schenkt neues Leben

Der Herr möchte uns von innen heraus erneuern. Er will unseren Glauben stärken, unseren Horizont erweitern und uns Mut machen, ihm wieder mehr zuzutrauen. Er möchte uns segnen und uns zeigen, dass seine Möglichkeiten weit über unsere Vorstellungen hinausgehen. Dabei dürfen wir uns nicht von früheren Enttäuschungen oder Misserfolgen bestimmen lassen. Gott möchte Neues schenken. Das verlangt Vertrauen, Hoffnung, Geduld und Ausdauer – auch dann, wenn zunächst noch keine Veränderung sichtbar ist.

Paulus schreibt: „Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“ (Philipper 3,14) Und Jesus verheißt: „Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.“ (Johannes 16,13)

Gottes Zusage gilt auch heute

Der Herr möchte neues Leben schenken – den Menschen, die ihn noch nicht kennen und geistlich tot sind. Er möchte aber auch diejenigen erneuern, die durch Enttäuschungen müde geworden sind und ihre Hoffnung auf Gottes Eingreifen verloren haben. Vielleicht haben wir vergessen, was Gott bereits in unserem Leben getan hat. Vielleicht fühlen wir uns zu schwach oder zu unbedeutend. Doch durch Jesus Christus hat Gott uns zu seinen Kindern gemacht. Deshalb dürfen wir ihm auch für die Zukunft vertrauen.

Wo Gott wirkt, wächst neue Hoffnung. Wo sein Geist Leben schenkt, beginnt Veränderung. Und wo Menschen ihm ihr Leben anvertrauen, macht er einen echten Neuanfang möglich. Darum gilt seine Zusage auch heute:

„Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5)

Ursula Herzog-Germann
26.07.2026