„Ich habe dich verherrlicht auf der Erde; das Werk habe ich vollbracht, dass du mir gegeben hast, dass ich es tun sollte“ (Johannes 17,4).
Diese Worte aus dem hohepriesterlichen Gebet Jesu zeigen uns etwas Entscheidendes: Das Hauptziel des Lebens Jesu war es, Gott zu verherrlichen. Sein Tod am Kreuz war zweifellos notwendig für unsere Erlösung, doch...
die übergeordnete Bestimmung seines ganzen Lebens war, Gott Ehre zu geben. Genau dazu sind auch wir berufen: Alles, was wir tun, soll auf Gottes Ehre ausgerichtet sein.
„Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes“ (1. Korinther 10,31).
Was bedeutet es, Gott zu verherrlichen?
Das Wort „verherrlichen“ bedeutet im biblischen Sinn: Gott das Gewicht und die Anerkennung zu geben, die Ihm zusteht. Wir ehren Ihn, indem wir Ihn in den Mittelpunkt unseres Lebens stellen. So wie Menschen im Alten Testament mit ihrem Leben Gottesfurcht und Hingabe zeigten, sollen auch wir in allem auf Seine Herrlichkeit ausgerichtet sein.
Biblische Beispiele: Alles zur Ehre Gottes
Ein eindrucksvolles Beispiel finden wir in Daniel 3: Die drei Männer im Feuerofen entschieden sich, Gott treu zu bleiben – auch unter Lebensgefahr. Gott bewahrte sie, doch das eigentliche Ziel war nicht nur ihre Rettung. Am Ende bekennt König Nebukadnezar:
„Denn es gibt keinen anderen Gott, der so retten kann“ (Daniel 3,29).
Gottes Name wurde verherrlicht! Dieses Muster sehen wir auch im Leben Jesu: Immer wieder lesen wir, dass seine Werke dazu führten, dass Menschen Gott die Ehre gaben (vgl. Matthäus 9,8; Lukas 5,26).
Praktische Wege, Gott zu verherrlichen
Die Bibel zeigt uns verschiedene Möglichkeiten, wie wir Gott in unserem Alltag ehren können:
1. Durch gute Werke
„So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen“ (Matthäus 5,16).
Gute Werke sind keine Selbstdarstellung, sondern ein Hinweis auf Gott. Wenn Menschen unser Handeln sehen, sollen sie nicht uns loben, sondern Gott die Ehre geben.
2. Durch Dankbarkeit
„Wer Dank opfert, verherrlicht mich“ (Psalm 50,23).
Dankbare Menschen erkennen an: Alles kommt aus Gottes Hand. Dank ist eine Form der Anbetung und macht sichtbar, dass wir Gott als den Geber allen Guten ehren.
3. Durch Geben und Helfen
„Wer Hilflosen hilft, ehrt den, der sie geschaffen hat“ (Sprüche 14,31).
Wenn wir Schwachen beistehen – sei es mit Zeit, Kraft oder Finanzen –, ehren wir Gott, weil wir damit Seine Liebe widerspiegeln.
Was verändert sich, wenn wir Gottes Ehre suchen?
Wer sein Leben auf Gottes Ehre ausrichtet, stellt sich selbst zurück. Unsere Gebete verändern sich: Wir fragen nicht mehr zuerst, was wir wollen, sondern was Gott will. Wir suchen Seinen Willen und handeln nach Seiner Führung. Das stärkt unseren Glauben.
Paulus schreibt über Abraham:
„Er zweifelte nicht durch Unglauben an der Verheißung Gottes, sondern wurde gestärkt im Glauben, weil er Gott die Ehre gab“ (Römer 4,20).
Gott zu verherrlichen ist also nicht nur ein Auftrag – es ist eine Quelle geistlicher Kraft.
Unser höchstes Ziel: Gottes Ehre in allem
Am Ende zählt eines: Dass Gott durch unser Leben verherrlicht wird. Ob in großen Dingen wie Evangelisation oder in kleinen wie der täglichen Arbeit und Nahrungsaufnahme – alles soll Ihm Ehre geben.
„Nicht uns, HERR, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre wegen deiner Gnade, wegen deiner Treue“ (Psalm 115,1).
Möge es unser Herzenswunsch sein, in jedem Lebensbereich zu fragen: Wie kann Gott durch mein Handeln geehrt werden? Wenn das unser Ziel ist, wird unser Leben Sinn und Beständigkeit haben – zur Ehre des Herrn.
Helmut Germann
10.08.2025