Wasser rettet oder vernichtet Leben

Gewaltige Wassermassen erinnern uns an die große Sintflut, mir der Gott die Menschen für ihr sündiges Leben bestraft hat. Weil Noah ein frommer Mann ohne Tadel war und mit Gott wandelte, hat ER ihm den Auftrag gegeben, eine Arche zu bauen. Noah baute nach den Vorgaben Gottes 120 Jahre an der Arche, dabei musste er all die Jahre den Spott der Menschen über sich ergehen lassen.

In 2. Mose 14,16 lesen wir: „Du aber hebe deinen Stab auf und strecke deine Hand über das Meer und zerteile es, damit die Kinder Israels mitten durch das Meer auf dem Trockenen gehen können!“ Das Volk Gottes wurde gerettet, die Ägypter kamen ums Leben. Mose wurde auch im Weidekorb auf dem Nil vor dem Kindstod gerettet, da er von Gott auserwählt war mit IHM sein Volk aus der Sklaverei der Ägypter zu befreien.  

Als das Volk Gottes in der Wüste war und Durst hatte, sagte Gott zu Mose, schlage auf den Felsen und es kam frisches lebendiges Wasser hervor. Und wer ist das lebendige Wasser? Der Herr Jesus selbst. Josua, sein Nachfolger musste auch mit dem Volk durch das Wasser gehen, durch den Jordan: „…und ganz Israel ging auf dem Trockenen hinüber, bis das ganze Volk den Jordan völlig überschritten hatte. Wenn dann die Fußsohlen der Priester die die Lage des Herrn, des Herrschers über alle Welt, tragen, in dem Wasser des Jordan stillstehen, so wird das Wasser des Jordan, das von oben herabfliest, nicht weiterlaufen, sondern stehen bleiben wie ein einziger Wall.“ (Josua 3:17)

Psalm 23:2: „Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.“ Bei Gott gibt es immer frisches, lebendiges Wasser. Wasser ist ein Zeichen für Leben und auch ein Zeugnis für die sichtbare und unsichtbare Welt, wenn wir uns taufen lassen auf den Namen Jesus. Eine weitere Begebenheit von Wasser als Zeugnis, lesen wir in Johannes 2, als Jesus Wasser zu Wein machte.

Wasser im Alten und Neuen Testaments als lebenserhaltendes Element:

Johannes 4, 13-14: „Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten. 14 Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt.“

Johannes 5,3-4: „Denn ein Engel stieg zu gewissen Zeiten in den Teich hinab und bewegte das Wasser. Wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg, der wurde gesund, mit welcher Krankheit er auch geplagt war.“

Psalm 1:“Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und alles, was er tut, gerät wohl.“

Psalm 36,10: „Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.“ Die Güte und die Zuwendungen Gottes werden mit einer Quelle und einem Wasserstrom verglichen.

Psalm 110,7: „Er wird trinken vom Bach auf dem Wege, darum wird er das Haupt emporheben.“

Jesaja 12,3: „Und ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Quellen des Heils, …“

Hesekiel 47,9: „Und es wird geschehen: Alle lebendigen Wesen, alles, was sich dort tummelt, wohin diese fließenden Wasser kommen, das wird leben. Es wird auch sehr viele Fische geben, weil dieses Wasser dorthin kommt; und es wird alles gesund werden und leben, wohin dieser Strom kommt.“

Johannes 7,37-39: “Aber am letzten, dem großen Tag des Festes stand Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, welche an ihn glauben; denn der Heilige Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.“

Derjenige, der aus Gottes Quelle trinkt, wird nicht nur selbst gestärkt und erfrischt, sondern wird auch zu einer lebendigen Quelle für andere. Es geht nicht nur um unseren körperlichen Durst, sondern auch darum, dass wir im Geistlichen durstig sind und jeden Tag von der Quelle des Lebens trinken.

Von dem Wasser, das die Welt zu bieten hat, lesen wir in Offenbarung 8,11: „…und der Name des Sternes heißt Wermut. Und der dritte Teil der Gewässer wurde zu Wermut, und viele Menschen starben von den Gewässern, weil sie bitter geworden waren.“

Gott bietet jedem sein Lebenswasser an, jedoch zwingt er niemanden, es zu nehmen! „Und wer durstig ist, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.“ (Offenbarung 22,17). „…und wer da will“ das heißt, wir können uns entscheiden, das Wasser des Lebens zu nehmen, wenn wir wollen. Jesus hat dafür bezahlt, dass jeder trinken kann.

Wenn Gott spricht: „Ich will Wasser gießen über das Dürre“ stellen wir uns trockenes Land beziehungsweise eine Wüste vor und da ist jeder Tropfen Wasser kostbar. Wenn der Regen ausbleibt, sind schreckliche Dürreperioden die Folge: Erst sterben die Pflanzen, dann das Vieh, schließlich die Menschen. In Afrika müssen immer noch viele Menschen weite Wege für Trinkwasser gehen.

Gottes Wort „Ich will Wasser gießen über das Dürre“ galt zuerst den Juden in der babylonischen Gefangenschaft, denn die siebzig Jahre waren eine geistliche Wüste und eine enorme Glaubensprüfung. Hatte Gott sich von ihnen abgewandt? Wo waren Gottes mächtige Wunderzeichen aus vergangenen Tagen? Wie werden die Frommen geweint und geseufzt haben, wie werden sie Gottes Gnade erfleht haben! Aber Gott hatte Jesaja schon geantwortet, noch ehe sie riefen: „Ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre. Ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen und meinen Segen auf deine Nachkommen.“

Mit den Kindern und Nachkommen war nicht nur die nächste Generation gemeint, die nach Jerusalem zurückkehren und den Tempel wieder aufbauen durfte. Gottes Verheißungen sind viel weitsichtiger. Der Herr hatte bereits hier den Pfingsttag im Blick, den Tag der Ausgießung des Heiligen Geistes. Das prophetische Wort von Jesaja ist Programm für die Zeit des Neuen Bundes, die mit Jesus Christus angebrochen ist. Die Verheißung gilt nicht nur den leiblichen Nachkommen Israels, sondern auch den geistlichen. Denjenigen, die wie Abraham durch den Glauben gerecht werden und in der Nachfolge Jesus, Gottes Kinder sind.

Da waren zuerst die Apostel. Die Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten mag für sie eine kleine Wüste gewesen sein, diese zehn Tage. Jesus war nun endgültig nicht mehr leiblich unter ihnen. Sie bekamen den Auftrag, aller Kreatur das Evangelium zu predigen bis an der Welt Ende. „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen nicht lange nach diesen Tagen“ waren die Abschiedsworte von Jesus und zu Pfingsten floss der Geist in Strömen reichlich über das Dürre und damit einhergehend fand eine große Erweckung statt: Dreitausend Menschen ließen sich taufen. Pfingsten ist der Tag der Gemeinde; die Glieder der ersten christlichen Gemeinde wurden getauft mit dem Heiligen Geist.

Auch wir, die wir an Christus glauben, dürfen uns zum geistlichen Gottesvolk zählen. Für uns gilt ebenso die Verheißung Jesajas. Heute leben wir in einer ausgetrockneten geistlichen Wüste. In Deutschland gibt es laut Statistik immer weniger Christen. Wie viele von denen, die glauben, nehmen es nicht mehr ernst, dass Jesus Christus ihr Herr ist. Sie leben ihr Leben, wie es ihnen gefällt und wie sie es für richtig halten.

Die Verheißung Gottes „Ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre: Ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen und meinen Segen auf deine Nachkommen.“ gilt auch heute noch. Die Wüste wird wieder blühen – Gott will es so und ER wird das Wunder vollbringen. Die Gemeinde wird nicht untergehen; wir brauchen das Ende des Christentums nicht zu fürchten. Gott hat seinen Geist immer wieder neu ausgegossen und immer wieder sind neue Generationen von Christen aufgestanden. Beten wir zu Gott, dass ER unser Land erneut erweckt und dafür, dass ER in unseren eigenen Herzen damit beginnt.  

Luther sagte das Evangelium ist wie ein Platzregen, der vorüberfährt. Bis dahin brauchen wir Geduld, wie auch die Juden im Exil und wie die Jünger zwischen Himmelfahrt und Pfingsten geduldig sein mussten. Die Ausgießung des Geistes Gottes wird nicht ausbleiben, das hat Gott versprochen und wir wissen: ER ist auch schon da, wenn auch nicht der große Platzregen einer Erweckung, der die geistliche Wüste in einen Naturpark verwandelt. Aber in jeder Wüste gibt es Oasen und an vielen Orten gibt es Quellen, aus denen Gottes Wort frisch und klar sprudelt und der Geist durch das Wort kräftig wirkt, Menschenherzen bekehrt, Buße wirkt, Glauben festigt und Hoffnung stärkt.

Während wir auf die große Erweckung warten, dürfen wir Gott den Vater beharrlich um mehr Regen, um größere Erweckung bitten: Herr, gieße Wasser auf das Durstige und Ströme auf das Dürre. Gieße Deinen Geist auf unsere Kinder und Deinen Segen auf unsere Nachkommen. Amen.  

Helmut Germann, 02.02.2025